Der Betrieb Tim Mannion

Am ersten Tag der Studienreise nach Irland im Rahmen des AGM-Projektes besichtigten wir den Betrieb von Tim Mannion in Killyon, Birr, Co. Offaly. Der Schwerpunkt des Familienbetriebes liegt auf der Milchproduktion. Aktuell werden 150 Kühe mit zwei Lely A4 Astronaut Robotern gemolken. Künftig soll ein dritter Melkroboter installiert werden und die Zahl der Milchkühe auf 180 Kühe aufgestockt werden.

150 Kühe – 2 Melkroboter

Tim Mannion wendet bei der Fütterung der Kühe das Zero Grazing System Ldt an. Das Konzept des Zero Grazing eine ad libitum Fütterung von frischgeschnittenem Gras am Futtertrog. Täglich wird frisches Gras geschnitten und mit einem Ladewagen oft ausgestattet mit Mähwerk und Futterverteiler im Stall am Futtertisch verteilt. Die Tiere sparen so jene Zeit und Energie fürs Weiden und den Weg zu den Weiden. 

Zero Grazing: kostengünstiges frisches Gras von hoher Futterqualität im Stall füttern

Zero Grazing Systems Ltd ist ein irisches Konzept. Wie viele andere Ideen auch wurde dieser Ansatz aus der Not heraus geboren. Die starke Zerstückelung des Grünlandes auf einigen irischen Milchviehbetrieben spielte dabei eine große Rolle. Der logistische Alptraum, Kühe über vielbefahrene Straßen treiben zu müssen, ist eines der Haupthindernisse für aufstockungswillige Milchbauern, die nach wie vor auf frisches Gras als billiges Weidefutter setzen wollen. Alle betriebswirtschaftlichen Auswertungen zeigen, dass sich mit einem steigenden Anteil von Gras in der Ration, die Futterkosten pro produziertem Kg Milch reduzieren.

Ebenso bleiben die Nährstoffgehalte des Grases, unabhängig von der Zeit, der Wachstumsphase, der Grassorte und der Düngung sehr konstant und decken die Bedürfnisse laktierender Milchkühe. Mit Hilfe dieses Systems kann somit das gesamte Grünland des Betriebes Mannion für die Milchviehherde genutzt werden unabhängig von den Distanzen bzw. der eingeschränkten Erreichbarkeiten. Ein zusätzlicher Nebeneffekt ist eine Verlängerung der Frischgrasnutzung, sowohl am Anfang wie auch zum Ende der Vegetationsperiode. Die hofeigene Gülle kann während der kompletten Vegetationsperiode optimal auf die stets nachrückenden, gemähten Grünlandparzellen ausgebracht werden.

Tim Mannion hat 2 Melkroboter in seinem Stall installiert, aber besitzt lediglich 7 ha Grünland um den Milchviehstall. Die Kühe werden das ganze Jahr im Stall gehalten, wobei sie dennoch Zugang zu einer reinen Auslauffläche haben. Gefressen wird nur frisch geschnittenes Gras am Futtertisch. Der größte Anteil des Grases, das Tim Mannion verfüttert, gewinnt er auf stallfernen Flächen, mitunter auch von Nachbarbetrieben. Die Absicherung dieser Futterflächen wird durch Verträge gewährleistet. Die gleichen Flächen sind ebenfalls für die Ausbringung von Gülle vorgesehen (Futter/Mistkooperation). Die Flächen werden in etwa einem Intervall von 3 Wochen geschnitten werden. So wird eine sehr gute Futterqualität mit hohen Erträgen vereinbart.

Die Kühe nehmen etwa 18 kg TS Gras pro Tag auf, folglich benötigt Tim Mannion für seine Herde 2700 kg TS Gras pro Tag. Dies ergibt 2 Ladewagenfüllungen pro Tag. Kraftfutter wird im Melkroboter nach Milchleistung an die Tiere verteilt. Hochleistende Tiere erhalten pro Tag maximal 6 kg KF. Durchschnittlich werden 3- 4 kg/ Kuh/ Tag verbraucht, dies entspricht 600- 700 kg KF/ Kuh/ Jahr.

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