AutoGrassMilk-Studienreise

Das irische Weidesystem:

Auf der grünen Insel leben 4 Millionen Menschen und 1,2 Millionen Milchkühe, über 90% der Tiere werden fast ausschließlich auf der Weide gehalten. Die meisten (80%) Milchviehbetriebe praktizieren saisonale Abkalbung im Frühjahr (Ziel: Abkalbungen ab dem 15. Februar bis Ende März) und die Tiere sind ab der Kalbung bis Ende November auf der Weide. Neben dem frischen Gras werden weniger als eine Tonne Kraftfutter pro Kuh und Jahr gefüttert. Im Dezember und Januar werden alle Tiere trockengestellt.

Beeinflusst durch die klimatischen Effekte des Golfstromes, mit konstant hohen Niederschlägen, konnte sich dieses intensive Weidesystem entwickeln.

Die irischen Landwirte sind sehr darauf bedacht, Verbiss und Trittschäden, sowie das Aufkommen von weniger schmackhaften Pflanzen in der Grasnarbe zu verhindern. Die Größe der Parzelle wird täglich an die Tierzahl und den entsprechenden Weidefutterbedarf angepasst. Beim Wechsel zur nächsten frischen Weidefläche ist ein Besuch des Melkroboters Pflicht. Mit dieser frischen und dem entsprechend schmackhaften Parzelle wird das freiwillige Aufsuchen des Melkroboters erreicht. Durch viele Anpassungen an die bestehenden individuellen Betriebsmerkmale wird betriebsspezifisch Wirtschaftlichkeit, Weidemanagement, Fruchtbarkeit, Eutergesundheit, etc. optimiert

Die Studienreise:

Angeregt durch die Analyse der Weidesysteme unserer Pilotbetriebe, organisierte das luxemburgische Autograssmilk-Team Ende Mai, eine Studienreise nach Irland, um sich vor Ort mit der Kombination von Weidegang und Robotermelken zu beschäftigen. Die Pilotbetriebe des Autograssmilk-Projektes haben den Wunsch geäußert sich die irischen Weidesysteme vor Ort anzuschauen, um Ideen für eine effizientere Arbeitsweise zu sammeln und diese dann auf dem eigenen Betrieb um zu setzen. Drei Betriebsleiter sind in Begleitung von Ausbildern und Beratern nach Irland geflogen und wurden dort von der Firma Grasstec zu vier ganz unterschiedlichen Milchbetrieben begleitet. Alle Teilnehmer der Studienreise waren beindruckt von den vielen innovativen Denkansätzen und wollen diese dann auch im Rahmen des Autograssmilk-Projektes auf dem eigenen Betrieb umsetzen. Alle Betriebsleiter sind sich des hohen Optimierungspotentials im Weidemanagement bewusst. Nur ein konsequent optimierter Weidegang bringt die erwünschte Arbeits- und Futtereffizienz (höheres Einkommen mit weniger Arbeit). 

Mit einer Serie von 7 Artikeln will das Autograssmilk-Team die gewonnenen Eindrücke dieser Reise allen interessierten Milchviehbetrieben in Luxemburg zukommen lassen.